071/26 - ABC 3 - Austritt Gefahrgut

Erstellt von Frank Kogelnik | |   Einsatz

Die Leitstelle Lippe alarmierte die Feuerwehr Leopoldshöhe zu einem Gefahrgutaustritt.

In der Nacht zum Dienstag wurden die ehrenamtlichen Kräfte in die Hövenstraße (Greste) gerufen.
Durch den Einsatz von Polytanol, welches ein Begasungsmittel für Wühlmäuse ist, entstand eine starke Geruchsbelästigung. Der Anwohner hatte das inzwischen nicht mehr zugelassene und nicht mehr verkäufliche Mittel beim Aufräumen des Nachbarhauses gefunden und es entsprechend seines ursprünglichen Einsatzweck ausgebracht. Da die Geruchsbelästigung jedoch unerträglich war, grub der Anwohner das zuvor ausgebrachte Polytanol wieder aus und füllte es in zwei Kunststoffeimer um.

Durch die Feuchtigkeit im Erdreich reagiert das Polytanol, welches Calciumphosphid enthält, und bildet dabei giftigen Phosphorwasserstoff. Ist die Reaktion erst einmal gestartet, kann diese auch nicht mehr unterbrochen werden. So reagierte das Polytanol in den Eimern mit dem feuchten Erdreich weiter.

Die Einsatzstelle wurde abgesperrt und der Brandschutz sichergestellt. Nach einer intensiven Stoffrecherche und Unterstützung durch den ABC Zug Nord West wurde die Möglichkeit, wie es auch in den Sicherheitsdatenblättern des Stoffes vorgeschlagen wird, Reste des Stoffes tief zu vergraben und ausreagieren zu lassen näher betrachtet.

Da diese Möglichkeit auf dem Grundstück des Anwohners auf Grund der Größe problemlos möglich war, wurde sich für diese Variante entschieden. Es wurde ein Absperrbereich von 25 Metern um die Grabungsstelle aufgebaut. Im Anschluss wurde, unter Atemschutz, der Inhalt der Eimer auf dem Grundstück des Anwohners vergraben. Innerhalb von 48 Stunden reagiert das Polytanol vollständig aus. Zurück bleiben natürliche anorganische Substanzen wie Kalk und Phosphate, welche keinerlei Gefahr für die Umwelt darstellen.

Nach 4 Stunden konnte der Einsatz abgeschlossen werden und die Einsatzstelle wieder an den Anwohner übergeben werden.

 

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Eingesetzte Fahrzeuge

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